Montag, 26. Februar 2018

[Rezension] "Industrial Living" von Sophie Bush

Diese Rezension tanzt völlig aus der Reihe.

Normalerweise findet ihr bei mir hauptsächlich Buchbesprechungen zu Krimis, Thrillern und anderen Romanen. Doch dieser Bildband vom DVA Verlag hat es mir stark angetan - und ich erzähle euch auch warum.

In "Industrial Living" nimmt uns Sophie Bush mit auf eine Reise in die Designwelt.
Ziel dabei ist es, alte Industriegebäude ausfindig zu machen, die nun in einem neuen Glanz erstrahlen. Bewusst werden dabei nur die Wohnungen ausgesucht, die auch tatsächlich vorher als Industrie-/Fabrikgebäude dienten.

So werden wir eindrucksvoll rund um den Kontinent geführt. Designs in Europa, Asien oder den Vereinigten Staaten zeigen auf, wie schade es wäre, die geschichtsträchtigen Gebäude verfallen zu lassen oder gar abzureißen.

Dass der Charme einer ehemaligen Gerberei oder eines geschlossenen Getreidespeichers nicht immer oben auf liegt, ist für die meisten ArchitektInnen kein Problem. Mit vielen Kommentaren der ArchitektInnen und WohnungseignerInnen dürfen wir ganz offiziell in fremde 4 Wände blicken.



Und ich sage dir: Diese Raumkonzepte bringen dich definitiv zum Staunen.
Denn die wesentlichen Charakteristika der Gebäude (z.B. hohe Decken, großzügig geschnittene Räume oder alte Stahlträger) wurden in allen Fällen beibehalten. Umso beeindruckender ist es, wie aus diesen verlassenen Bauwerken schicke Lofts oder Familienwohnungen entstanden sind.

Dass es nicht jedermanns Geschmack ist, eine Backsteinwand im Wohnzimmer oder den Blick nach draußen durch eine komplett verglaste Front zu haben, ist offenkundig. Auch, dass die dargestellten Projekte freilich nichts für den kleinen Geldbeutel sind, wird schnell klar.

Dennoch inspiriert das Interieur dazu, auch die eigenen Wände umzugestalten.
Wenn du also über ein neues Projekt nachdenkst, das designtechnisch mal etwas anderes, moderneres sein soll, findest du in diesem Bildband in jedem Fall tolle Anregungen mit Licht und Materialien zu arbeiten.



Interessant ist übrigens auch das Inhaltsverzeichnis.
Natürlich brauchen auch Bildbände einen roten Faden  - und dieser läuft hier nicht entlang der geografischen Reise, wie man vielleicht anfangs vermuten würden. Stattdessen sind die Fotos der Industriegebäude gegliedert nach den architektonischen Charakteristika und dekorativen Details. So bringt uns der Aufbau von Balken und Trägern, über Außenfenster hin zu Stahltrommeln als Dekoelemente.

Natürlich gibt es zu jedem Kapitel dann auch ein paar einführende Sätze, warum gerade diese Elemente von solcher Bedeutung sind für dieses außergewöhnliche Wohnen.



Mir persönlich hätten ein paar Vorher-Nachher-Fotos noch  gut gefallen: 

In diesem Bildband sehen wir nämlich ausschließlich fertige Wohnlandschaften. Doch noch beeindruckender wäre es gewesen, hätten wir als LeserInnen die Möglichkeit gehabt, die unfertigen Rohbauten zu sehen, aus denen die Wohnträume geschaffen wurden.


Zugegeben, mit einem Preis von 49,95€ ist dieses Buch kein Schnäppchen. Doch die Qualität und der Inhalt sind dieses Geld wert. Vor allem wenn man sich für Innendesign oder Architektur interessiert.
Bildbände sind nun mal grundsätzlich etwas hochpreisiger als andere Literatur.



Dafür gibt es 9 von 10 Krönchen.
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Titel: "Industrial Living"
Autorin: Sophie Bush
ISBN: 978-3-421-04074-9
Seitenanzahl: 320 Seiten
Ausgabeart: Gebundenes Buch mit Pappband
Preis: 49,95 €

Aus dem Englischen von Hildegard Rudolph 
Originaltitel: Warehouse Home
Originalverlag: Thames & Hudson
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Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag!

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